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Vom Architekturstudium zur PR-Agentur

Es war nicht immer der direkte Weg, aber er hat mich nun zu Ansel & Möllers geführt. Mein Architektur-Studium und die folgenden Jahre als Verlegerin, Herausgeberin und Redakteurin im Architekturbereich haben mich viel gelehrt. Jetzt geht es auf zu neuen Herausforderungen.

Ausflüge in die Fotografie und Kunstgeschichte leiteten mich ins Studium – kein direkter Weg, aber keiner den ich bereue. Architektur zog mich jedoch schon lange vorher an. Architektur ist ja nicht nur Bauen. Architektur bestimmt unser Lebensumfeld und nimmt neben einer ästhetischen (Bildungs-)Aufgabe auch eine gesellschaftliche und soziale ein. Doch trotz großer Leidenschaft fürs Thema: Beim Entwerfen und baulich Planen fühlte ich mich nie wirklich gut aufgehoben – beim Konzeptionieren, Analysieren, Kommunizieren und Schreiben über Architektur jedoch schon. Ich belegte so viele theoretische Seminare wie möglich, in denen ich Hausarbeiten schrieb oder Referate vorbereitete, mich also inhaltlich und analytisch meinem Thema widmete. Und so überrascht es wohl nicht, dass ich statt in einem Architekturbüro ein Praktikum bei der Fachzeitschrift AIT anfing. 

In der Redaktion vertiefte ich meine Schreibkenntnisse, lernte mehr über das Texten für die Zielgruppe der Gestalter, die Kommunikation mit (und für) Unternehmen und bekam Einblicke in die Abläufe des Verlagswesens. Danach verantwortete ich die Organisation und Betreuung eines von der Zeitschrift ausgelobten Preises – erhielt also nochmal mehr Knowhow über Veranstaltungsorganisation, Unternehmens- und Architektenansprache. So schloss ich dann auch mein Studium ab: Ich verfasste eine theoretische Arbeit über flexibles Arbeiten und die Auswirkungen auf das Wohnen – aufbereitet als Broschüre. Direkt im Anschluss begann ich als freie Texterin für Verlage und Redaktionsbüros zu arbeiten.  

PLOT – eine Plattform übers Geschichtenerzählen

2008 entstand dann mit zwei ehemaligen Kollegen und Freunden eine Geschäftsidee. Mit viel Engagement gründeten wir unseren eigenen Verlag, um eine Medienplattform zu etablieren. Dabei blieben wir der Gestaltung treu, doch wir wandten uns einem Teilgebiet der Architektur zu, dem wir uns persönlich hingezogen fühlten und das zu dem Zeitpunkt zwar existierte, medial jedoch (noch) wenig Beachtung fand: der Szenografie, also der Inszenierung von (temporären) Räumen. In diese Disziplin fallen die Gestaltung von Ausstellungen, Räume für Marken (Messestände, Showrooms, etc.), Architektur von Bühnen für Film und Theater sowie die Inszenierung von „Neuen Räumen“ – also von urbanen Interventionen über Events bis zu virtuellen Räumen. Der Name verrät es schon: Der PLOT, also der Erzählstrang, war unser roter Faden. Geschichten hinter den Geschichten der Inszenierung zu erzählen, war unser Anspruch. Dabei war es unerheblich, ob es sich bei dem Ausgestellten, dem Inszenierten um physische Objekte oder virtuelle Inhalte handelte.  

Von Anfang an stand fest, dass wir eine allumfassende Plattform sein wollten. Daher bespielten wir unsere unterschiedlichen Kanäle – ein Printmagazin, eine Online-Plattform, Social Media (zu dem Zeitpunkt noch wenig relevant) und Veranstaltungen – ebenso unterschiedlich: Immer angepasst an das Medium und seine Eigenschaften selbst sowie an das vielfältige Informations- und Inspirationsverhalten unserer Zielgruppe. Denn die offenkundige Heterogenität unserer Nutzer – Gestalter, Architekten, Designer, Künstler, spezialisierte Licht,- Akustik-, Medien- oder Soundplaner, Regisseure, Kuratoren sowie Vertreter von Branchen-Unternehmen – zeigte schnell, dass nur ein Medium nicht ausreicht. Zu dem Zeitpunkt war diese Arbeitsweise im Verlagswesen keine Selbstverständlichkeit und die Transformation von Printmedien zu hybriden oder gar ganz digitalen Medien stand noch am Anfang, die Krise der Branche jedoch war bereits überall spürbar.  

Neben eigenen Veröffentlichungen, also der Erstellung redaktioneller Inhalte für unser Printmagazin oder die Website, kamen mit der Zeit weitere Arbeiten für Auftraggeber aus unterschiedlichen Branchenbereichen hinzu – immer jedoch für die Zielgruppe der Architekten bzw. Gestalter. Wir entwickelten individuelle Konzepte für Magazine, Zielgruppen-Veranstaltungen oder andere – inhaltsgetriebene – Strategien. Während die Aufgabenvielfalt wuchs und Anzahl der Kontaktanfragen steig, verstanden wir uns immer mehr als Netzwerk für die Szene.  

Architekten sind eine in sich sehr diverse Gruppe, die Bauaufgaben und Schwerpunkte ihrer Arbeit sind vielfältig. Doch haben sie auch viele Gemeinsamkeiten: So sind sie stark visuell geprägt, hinterfragen kritisch Situationen und Prozesse, setzen sich mit ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten auseinander und sind meist vielseitig interessiert. Daher wird es auch nicht langweilig, sich mit ihren Fragestellungen zu beschäftigen und ihre Perspektive einzunehmen. Das will ich auch weiterhin tun. Bei Ansel & Möllers möchte ich meine bisher erlangten Erfahrungen und Kenntnisse einbringen und meine Fähigkeiten weiterentwickeln. Hier finde ich eine professionelle und strukturierte Herangehensweise in einem großen Team – und damit eine neue, aufregende (Arbeits-)Umgebung.